Warum wir aufhören müssen, vor unseren Kindern über Diäten zu sprechen...

Ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich war, als das Thema "Diät" das erste Mal in unserem Zuhause gefallen ist. Zu jung, um das Ganze zu verstehen, war ich definitiv.

Meine Mum und einige Verwandte und Freunde haben im Laufe meiner Kindheit einiges an Diäten ausprobiert. Sei es Kalorien/Punkte zählen, Shakes statt Mahlzeiten oder andere Programme.

Wie diese Programme funktionieren habe ich damals nicht verstanden. Heute weiß ich, dass die meisten Diäten scheitern, aber das ist ein anderes Thema. Was ich damals aber verstanden habe möchte ich nun am Beispiel von Mama erklären. Diese Erklärung trifft für mich auch auf Freunde meiner Eltern, Tanten etc. zu.

Meine Mama war für mich als Kind immer mein Idol, mein Vorbild. Was Mama gemacht hat, war toll, Mama war vollkommen. (Heute weiß ich natürlich, dass niemand perfekt ist.)

Mama wollte Diäten machen, da sie sich dick gefühlt hat. Ob sie tatsächlich dick war, hat für mich keine Rolle gespielt. Für mich bedeutete Mamas Diät, dass Mama so wie sie ist, nicht gut ist. Dass Mama eine Diät machen muss, um hübsch und attraktiv zu sein. Was dann natürlich auch bedeutete, dass ich auch nur schlank hübsch sein konnte.

Für mich als Kind bedeutete das, dass es wichtiger ist, dünn zu sein, als auf Geburtstagen Kuchen oder Pommes zu essen. Dass dünn sein das ultimative Ziel ist, dass ich mich ansonsten nicht wohlfühlen dürfe.


Denn sind wir mal ehrlich: es gibt viele Mamas, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen und gerne abnehmen möchten. Das ist auch prinzipiell nicht verwerflich. Man muss und kann sich nicht immer zu 100% wohl fühlen, die wenigsten können das.

Jedoch bin ich der Meinung, dass wir vor allem Kinder vor der Diät-Mentalität und dem ganzen Drum herum schützen müssen.

Wenn du abnehmen möchtest, dann versuche deinem Kind doch zu erklären, wie sich die gesunde Ernährung und der Sport, den du anstrebst, auf deine Gesundheit auswirkt. Nicht, ob du 5 oder 10 Kilo verlieren willst. Für Kinder ist Gewicht nicht nachvollziehbar. "Mama kann mehr spielen" oder länger spazieren gehen, dagegen schon.


Wie also die Diät mit Familie vereinbaren? Das ich kein Freund von Diäten bin und eher eine langsame Ernährungsumstellung empfehle, erwähne ich an dieser Stelle nur kurz. Statt Lebensmittel in "gut" und "schlecht" einzuteilen, versuche doch deine Kinder durch leckere Rezepte Obst & Gemüse näher zu bringen. Statt zu verzichten oder Süßigkeiten zu verbieten, versucht euch als Familie mehr zu bewegen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Gesundheit von Familien zu fördern, ohne Diäten zu erwähnen.

Die Diätmentalität kann sehr viel kaputt machen und mir ist bewusst, dass niemand, egal ob Mutter, Vater oder Kinderlos, irgendjemandem damit Schaden verursachen möchte. Trotzdem ist es möglich. Deshalb möchte ich mit diesem Blogpost für mehr Achtsamkeit und sorgsamen Umgang mit dem Thema anregen. Ich bin kein Freund davon, Kinder anzulügen oder ihnen etwas vorzuspielen, denn oft durchschauen sie uns schnell. Wenn es um das Thema "gesunde Ernährung" und "Abnehmen" geht ist also die Herangehensweise entscheidend. Kommunikation ist wichtig, dabei sollten aber Gewichts- oder Kalorien/Punkteangaben weniger eine Rolle spielen als Wohlbefinden und Gesundheit.


Ich hoffe, ich konnte den ein oder die andere etwas für dieses Thema sensibilisieren. Ich weiß, dass ich bei diesem Thema vielleicht durch meine persönliche Geschichte etwas empfindlicher bin als andere.


Wenn jemand sich noch etwas unsicher fühlt und gerne ein paar Formulierungshilfen möchte, kann mir gerne eine Mail oder eine IG Nachricht schreiben. Ich möchte niemanden schlecht dastehen lassen, im Gegenteil, ich möchte helfen und sensibilisieren.


Schreibt mir doch gerne, was ihr über das Thema Kinder & Diäten denkt.

Liebste Grüße

Franzi


(Ich weiß, dass meine Mama nicht absichtlich wollte, dass ich diese Glaubenssätze annehme, ich möchte auch niemandem seine Diät absprechen. Lediglich darauf aufmerksam machen, was passieren kann, wenn Kinder sich dadurch beeinflussen lassen. Hier ist also niemand schuld, ich möchte lediglich, dass wir als Erwachsene unseren Umgang mit dem Thema Essen hinterfragen, wenn Kinder mitbetroffen sind. )


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